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Personaler

HR-PRAXIS

3 MIN LESEZEIT

Deshalb sollten Sie diesen Artikel lesen:

In NRW ist Schicht im Schacht. Das Thema Bergbau ist durch. Viele dachten, das wird nicht passieren. Ist es doch! Und ähnlich ist es auch im HR. Nein, natürlich wird es HR weiterhin geben. Aber Sie müssen mit der Zeit gehen. Wie? Das lesen Sie im Artikel.

Michael Kleine-Beckel

Michael Kleine-Beckel

Schicht im Schacht

Was die Steinkohle in NRW und wir Personaler gemeinsam haben

Es sind nachdenkliche Tage in Nordrhein-Westfalen. In diesen Tagen schließt mit Prosper Haniel die letzte Zeche im Revier. Und eine Industrie, die eine ganze Region kulturell und landschaftlich geprägt hat, wie nie eine andere vor ihr, gibt es danach in dieser Region nicht mehr. Und bei dem „Steigerlied“ – gesungen vom Chor der Ruhrkohle AG und Zehntausenden Fußballfans im Gelsenkirchener Stadion – wurde selbst ich nachdenklich. Obwohl ich als gebürtiger Aachener und in Bielefeld groß gewordener Berater im IT Umfeld nun wirklich kaum Verbindungen zur Kohle habe. Andererseits ist auch mein Großvater nach dem Krieg für ein paar Jahre „eingefahren“, wie so viele andere auch – und auch in meinem Freundeskreis aus der Universität sind viele Freunde, die mehr oder weniger enge Bindungen zum Bergbau haben. Vielleicht macht das dieses Thema insbesondere für uns im Westen zu etwas Persönlichem.

Und was hat das mit HR zu tun?

Was mir nach dem Steigerlied allerdings nicht aus dem Kopf geht ist, ist der Satz „Das werden die nicht machen“  im Hinblick auf den Ausstieg aus der Kohle. Ein Satz, den ich in den Diskussionen der vergangenen Jahrzehnte immer wieder gehört habe, von Bürgermeistern, von Arbeitnehmern, von Gewerkschaften und von Arbeitgebern. Und immer war man sich sicher: Die Kohle ist so wichtig, aus der steigt man nicht aus. Und jetzt? Jetzt schließt die letzte Zeche.


Und ich höre den Satz beruflich in den letzten Jahren ebenfalls immer wieder. In ganz unterschiedlichen Schattierungen. Mal als „Das werden die nicht machen“ im Hinblick auf die Ankündigung der SAP SE bestimmte SAP onPremise Module nicht mehr weiterzuentwickeln oder gar nicht weiter zu supporten. Ein anderes Mal eher im Sinne von „Das kann uns nicht passieren“, wenn mir überzeugte Personalentwickler und Recruiter im Brustton der Überzeugung erklären, dass ihr Unternehmen immer noch die besten Auszubildenden und die besten Arbeitnehmer gewonnen hat, weil man für die Region ja so bedeutend sei.

Und heute? Wissen wir, dass die SAP onPremise Lösung zwar noch bis 2030 supported wird, sie aber sicherlich in vielen zukunftsträchtigen Themen wie Talent Management oder Recruiting nicht mehr weiterentwickelt wird. Und die Unternehmen, die in der Region so bedeutend und bekannt sind, haben plötzlich Probleme genug Auszubildende und Mitarbeiter zu finden. (Beliebteste Ausrede: Der Fachkräftemangel...)


Vielleicht müssen wir Personaler uns genau diesen Satz abgewöhnen „Das werden die nicht machen“. Wir Personaler müssen optimistisch in die Zukunft schauen, diese Zukunft aber nicht abwartend herbeizittern, sondern sie optimistisch gestalten. Wir dürfen uns nicht ins Boxhorn jagen lassen von Schwarzsehern, welche uns die Generationen Y und Z als schwierige Arbeitnehmer darstellen. Ich arbeite jeden Tag mit Menschen aus diesen Generationen und ich darf eins sagen: Ich bin begeistert von diesen jungen Menschen.


Und ja, wir Personaler müssen auch viel offener werden für neue Themen – seien sie technologischer oder kultureller Art. Lassen Sie uns doch einfach einmal unvoreingenommen überlegen, wie wir Zukunft in drei oder vier Jahren gestalten wollen, wenn wir Stand heute nicht wissen, welche Kompetenzen wir denn drei oder vier Jahren neu benötigen, weil uns erfahrene Mitarbeiter aus Altersgründen verlassen werden. Und wie wollen wir Sicherheit gewinnen, wenn wir keinerlei Nachfolgeplanung haben für kritische Positionen im Unternehmen. Und warum reden wir immer davon, dass wir die Kommunikation zwischen Führungskräften und Mitarbeitern auch technisch unterstützen müssten, tun es aber nicht?


Und auch hier können wir einen Vergleich ziehen. Ja, es gibt im Ruhrgebiet Regionen mit unglaublichen Problemen. Es gibt aber auch die Regionen, die vor vielen Jahren eben nicht gesagt haben „Das werden die nicht machen“. Diese Regionen haben verstanden, dass Dinge sich ändern. Sie haben Ihre Kultur behalten und sich neuen Themen gewidmet und sich verändert. Und genau das können wir Personaler auch. Es wird unsere Aufgabe sein in unseren Unternehmen dafür einzustehen, dass Kultur sich verändert, ohne dass sie dem Unternehmen fremd wird, und es wird unsere Aufgabe sein sicherzustellen, dass unsere Mitarbeiter nicht nur moderne Produkte herstellen, sondern auch mit modernen Produkten arbeiten dürfen. Und das fängt mit HR Software an. Die Sie übrigens viel einfacher in Ihrem Unternehmen einführen können, als Sie vielleicht denken. Wollen Sie erfahren, wie moderne HR Software aussehen kann und was sie leisten kann? Dann sollten Sie sich unbedingt den 11. Januar vormerken. Da zeigen wir Ihnen in unserer Websession, wie modernes Personalmanagement mit der integrierten HR Suite SAP SuccessFactors aussehen kann. 


Und bis dahin – alle im Ruhrgebiet lebenden oder dort geborenen Leser/innen mögen es mir verzeihen – verbleibe ich mit einem ehrlich gemeinten „Glück auf“.