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Savina Schlichte

Savina Schlichte

Inhalt

Betriebliche Weiterbildung

Definition, Ziele und Aufgaben der betrieblichen Weiterbildung

Durch die rasante Entwicklung des Marktes, der Wettbewerber und der Technologie ist es für Unternehmen unabdingbar, die eigenen Mitarbeiter entsprechend schnell und flexibel weiterzuentwickeln und das benötigte Wissen aufzubauenDas Thema betriebliche Weiterbildung bzw. eLearning spielt in Unternehmen daher eine immer wichtigere Rolle, auch im Hinblick auf den Fachkräftemangel und die neuen Anforderungen der Generation Y. Gleichzeitig sinkt die Halbwertszeit von Wissen, und somit die Anwendbarkeit von informell oder formell erworbenem Wissen, signifikant.

Oft wird betriebliche Weiterbildung in Unternehmen mit dem englischen Begriff Learning oder eLearning bezeichnet. Wie bei den Begriffen Recruiting und Personalbeschaffung werden Weiterbildung und eLearning synonym verwendet.

 

Wann wird betriebliche Weiterbildung eingesetzt?

Lernen wird in Unternehmen für Mitarbeiterentwicklung, Kompetenzerweiterung und betriebliche Weiterbildung eingesetzt. Durch die steigenden Anforderungen der Wirtschaft müssen sich Mitarbeiter kontinuierlich und flexibel Wissen aneignen. Die Digitalisierung ermöglicht das selbstgesteuerte Lernen in eigens bestimmter Geschwindigkeit und Flexibilität. Neben dem Wissensaufbau durch Schulungen spielt auch der Wissenstransfer innerhalb von Teams und darüber hinaus eine wichtige Rolle, um Projekte und komplexe Aufgaben erfolgreich zu meistern. Mitarbeiter werden mit internen Entwicklungs- und Weiterbildungsprogrammen als Führungskräfte der Zukunft ausgebildet oder auf Jobwechsel und Aufgabenerweiterungen vorbereitet.

Dies sollte nicht wahllos erfolgen. Es ist eine klar definierte Weiterbildungsstrategie zu entwickeln, um die besten Ergebnisse aus den getätigten Investitionen zu erzielen. Notwendig für die langfristige Etablierung einer solchen Kultur ist es eine Kultur zu schaffen, in der es selbstverständlich ist, sich weiterzubilden und dies auch von Führungskräften gefördert und gefordert wird.

 

Ziele und Vorteile von betrieblicher Weiterbildung für Unternehmen

Die Weiterbildung stellt in einem Unternehmen einen wichtigen Erfolgsfaktor da. Ein Unternehmen ist nur so gut wie seine Mitarbeiter.

Die am häufigsten genannten Ziele und Vorteile für betriebliche Weiterbildung in Unternehmen sind:

  • Produktivitäts- und Effizienzsteigerung erreichen
  • Wettbewerbsvorteile verschaffen
  • Kompetenzzuwachs verbuchen
  • Stärkung der Arbeitgebermarke unterstützen
  • Bindung der Mitarbeiter ans Unternehmen zu stärken
  • Einarbeitung beschleunigen
  • Zusatzqualifikationen bei Mitarbeitern fördern

Das Bereitstellen von guten Weiterbildungs- und Karrieremöglichkeiten ist unabdingbar, um Mitarbeiter langfristig an das eigene Unternehmen zu binden. Diese bauen sich digitale Kompetenzen und branchenübergreifendes Wissen mit Hilfe von digitalen Lerneinheiten auf. So werden gleichzeitig auch Fluktuationskosten gespart, welche für ein Unternehmen hohe Kosten darstellen.

 

Welche neuen Lernformate gibt es?

Um Lerneinheiten möglichst leicht in den Alltag zu integrieren, halten eLearnings neue Lernformate bereit. Online-Trainings und Micro-Lerneinheiten rücken immer mehr in den Vordergrund und lassen sich flexibel in den Arbeitsalltag integrieren. Ein großer Vorteil ist auch, dass diese Formate jederzeit von mobilen Endgeräten abgerufen werden können und nicht zwingend am PC-Arbeitsplatz zu konsumieren sind. Blended-Learning Konzepte ersetzen die klassischen Präsenztrainings weitestgehend. Die Kombination aus Präsenzphasen und Online-Lerninhalten, angereichert mit Game Based Learning oder Flipped Classroom Szenarien, stärkt die Nachhaltigkeit des Gelernten und die Mitarbeiter können jederzeit auf digitale Inhalte zugreifen.

 

Welche Aufgaben übernimmt ein Learning Management System?

Für die Verwaltung und Bereitstellung von Trainings ist die Nutzung einer zentralen, digitalen Lernplattform sehr von Vorteil. Ein gutes Learning Management System (LMS), wie z. B. SAP SuccessFactors Learning, ermöglicht:

  • eine Lernbedarfsermittlung
  • das Zuweisen von Schulungen
  • Organisieren von Lernprozessen
  • Erfassen von Feedbacks durch Online-Fragebögen und
  • den Erwerb von Zertifizierungen.

Weitere Vorteile:

  • Es können einmalige Schulungen abgebildet werden als auch wiederkehrende Schulungen im Rahmen von Programmen. 
  • Die Einarbeitung neuer Mitarbeiter wird durch das Erstellen von Lernpfaden deutlich vereinfacht und beschleunigt.
  • Vorgesetzte können in Echtzeit nachverfolgen, ob ihre Mitarbeiter die entsprechenden Pflichtschulungen absolvieren und Lernfortschritte werden dokumentiert. Führungskräften und Mitarbeitern steht ebenso der Einblick in die Lernhistorie zur Verfügung.

Ziel eines LMS ist auch, die IT-Sicherheit und die Compliance in einem Unternehmen zu gewährleisten und zu stärken.

Das richtige Learning Management System verfügt über individuelle Auswertungsmöglichkeiten ebenso wie über kurz- und langfristige Berichtsfunktionen, welche besonders für Führungskräfte und die Unternehmensleitung interessant sind. Die konkrete Übersicht über absolvierte Schulungen, Schulungsanfragen und Schulungsgebühren pro Mitarbeiter steht den Führungskräften entsprechend zur Verfügung.

Eine auf den ersten Blick verständliche Navigation und ein einheitlich aufgebautes Seitenlayout spricht eine breite Zielgruppe an und sorgt für eine hohe Benutzerakzeptanz. Führungskräfte erwarten, stets einen Überblick über die Schulungen ihrer Mitarbeiter zu erhalten, Schulungen in regelmäßigen Abständen terminieren zu können oder Empfehlungen auszusprechen.

 

Wie kann die Effektivität von betrieblicher Weiterbildung gemessen werden?

Da die Implementierung eines Learning Management Systems Kosten verursacht, ist im Rahmen des Bildungscontrollings eine Kennzahlenerhebung in Form von Reports und Evaluierungen sinnvoll. Wie viele Schulungen werden tatsächlich über die Plattform absolviert und wie gut ist die Qualität der angebotenen Trainingseinheiten? Sind die Mitarbeiter mit dem jeweiligen Inhalt und Trainer zufrieden oder welches Verbesserungspotenzial gibt es? Wie viele Zertifizierungen und Qualifizierungen werden pro Jahr und Mitarbeiter absolviert?

Durch das Einsetzen von Tests vor und nach Trainingseinheiten kann der tatsächliche Wissenszuwachs der Mitarbeiter geprüft und der hieraus resultierende Return of Investment (ROI) ermittelt werden. Dies kann je nach Training zeitnah erfolgen oder aber auch erst nach 3-4 Monaten, um zu testen, wie der Mitarbeiter das erlernte Wissen in seine alltäglichen Aufgaben integriert. Denn erst der erfolgreiche Praxistransfer bringt die gewünschten Ergebnisse.

Durch das Einsetzen von Fragebögen nach dem Training wird die Schulungszufriedenheit der Mitarbeiter abgefragt. Resultierend aus den Befragungsergebnissen -werden Trainingsinhalte aufbereitet und verbessert sowie die Eignung von Trainern themenabhängig geprüft.

 

Ein Unternehmen profitiert von der Investition in ein LMS. Denn unzureichende Mitarbeiterentwicklung und -förderung hat für ein Unternehmen negative Folgen. Studien zufolge sind Doppelarbeiten, Fehlentscheidungen oder auch die mangelnde Motivation von Mitarbeitern und somit auch Produktivitätsverlust negative Auswirkungen davon.

 

Welche Schnittstellen hat betriebliche Weiterbildung in Unternehmen?

Die Weiterbildung ist eng mit anderen Bereichen verzahnt und wird nicht als End-to-End Prozess betrachtet. Vorgefertigte Programme oder Curriculas beschleunigen und vereinfachen das Onboarding neuer Mitarbeiter enorm. Auch die Karriereplanung wird mit Weiterbildungsaktivitäten verknüpft. Die Führungskraft und der Mitarbeiter legen entsprechende Entwicklungsziele fest, mit denen die nächste Stufe auf der Karriereleiter erreicht wird. An diese Entwicklungsziele können konkrete Schulungsaktivitäten angeknüpft werden, mit dem Ziel der stetigen Kompetenzentwicklung.

Wer ist an einem Lernprozess beteiligt?

Die Geschäftsführung stellt als Ausgangsbasis die Ressourcen und das Budget für den Aufbau eines strategisch ausgerichteten Weiterbildungsmanagements zur Verfügung.

Aufgabe der Führungskräfte ist es dann, gemeinsam mit ihren Mitarbeitern die Schulungsplanung durchzuführen als auch zu kontrollieren, dass zugeordnete oder verpflichtende Schulungen termingerecht absolviert wurden. Die Schulungsaktivitäten werden mit den Zielvereinbarungen und Entwicklungszielen abgeglichen, um ein zielgerichtetes Vorgehen sicherzustellen.

Der Bereich der Personalentwicklung ist meist für die Bedarfsermittlung im Unternehmen verantwortlich und kümmert sich ebenso um die Content-Erstellung in Absprache mit dem hauseigenen Schulungszentrum, sofern dies im Unternehmen vorhanden ist. Schulungsinhalte und Unterlagen können natürlich auch von externen Dienstleistern eingekauft werden. Das Angebot besteht hier aus kundenindividuellen oder standardisierten Schulungsinhalten in unterschiedlichen Lernformaten.

 

Trends im Bereich Learning / betriebliche Weiterbildung

Durch die zunehmende Einbindung neuster Technologie profitiert sowohl der lernende Mitarbeiter als auch das gesamte Unternehmen durch die neusten Trends. Selbstverständlich gilt, das neue Technologie seinen Preis hat. Hier ist also immer eine genaue Kosten-Nutzen-Analyse zu empfehlen.

Folgende Trends beschäftigen gerade die Weiterbildungsverantwortlichen und Personalentwickler:

  • Blended Learning
  • Micro Learning
  • Mobiles Lernen
  • Social Media
  • Micro Blogging
  • Web-Based Training
  • Virtuelle Klassenzimmer
  • Videobasierte Lernformen
  • Simulationen
  • Game-Based Learning

Weiterführende Informationen zur betrieblichen Weiterbildung

Folgende kostenlose eBooks, Guides sowie Checklisten bieten Ihnen vertiefende Informationen rund ums Thema Learning im Unternehmen: