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HR-PRAXIS

8 MIN LESEZEIT

Deshalb sollten Sie diesen Artikel lesen:

Es muss sich etwas ändern: Ihr Recruiting schleppt sich dahin. Wir helfen mit unseren 10 Recruiting Maßnahmen, frischen und erfolgreichen Wind in Ihre HR-Arbeit zu bekommen.

Savina Schlichte

Savina Schlichte

Do it!

Mit diesen 10 Recruiting Maßnahmen dem Fachkräftemangel entgegenwirken

Der Fachkräftemangel wird immer wieder auch kontrovers diskutiert. In unserem Beratungsalltag und bei der überwiegenden Mehrzahl unserer Kunden ist er bereits angekommen - um zu bleiben:

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Trotz gegenteiliger Wünsche sieht es in allen aktuellen Schätzungen so aus, als müssten sich die deutschen Arbeitgeber und mit Ihnen die HR-Abteilungen auf eine lange Durststrecke und vor allem lange Recruiting Zyklen einrichten. Wir stellen 10 Recruiting Maßnahmen vor, die Ihnen bei der Suche nach qualifizierten Arbeitskräften helfen können.

Recruiting Maßnahme 1: Zielgruppenspezifisches Recruiting

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Eine "Werbestrategie" für alle Stellen ist passé. Wenn Sie heute niemanden mehr finden mit Ihrer allgemein gehaltenen Stellenausschreibung, wird es Zeit für mehr Zielgenauigkeit. Je nach Zielgruppe (z. B. promovierte Akademiker, 18-jährige Azubis, LKW-Fahrer jeden Alters und Geschlechts) darf Ihre Botschaft anders lauten und anderswo zu finden sein. Natürlich müssen Sie dem Unternehmen und der Stelle treu bleiben, es lohnt sich dennoch, über die richtige Ansprache und die preiszugebenden Informationen nachzudenken.

  • Sie suchen junge Azubis in der Region, welche oft noch keinen Führerschein haben? Dann würden sich Anzeigen z. B. in Bus und Bahn anbieten.
  • Oder Sie möchten Ihrer potenziellen Ingenieurs-Zielgruppe zeigen, wie vielfältig Ihre Arbeitsplätze sind - binden Sie ein Video ein, was Ihre reale Arbeitswelt und gerne auch potenzielle Kollegen zeigt.
  • Software-Leute sind Mangelware? Gehen Sie zu Hackathons und beteiligen Sie sich als Unternehmen.

Seien Sie kreativ. Doch je kreativer, desto besser ist es, vor einem Launch der Kampagne die Reaktion der Zielgruppe abzufragen. Denn nicht immer ist gut gemeint auch gut gemacht, wie einige Negativ-Beispiele zeigen. Das soll Sie aber nicht von dem Mut abbringen, Neues zu wagen. Denn wenn alle Unternehmen die besten Mitarbeiter suchen, dürfen Sie aus der Masse hervorstechen.

Recruiting Maßnahme 2: Keep it simple

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Jetzt kommt eine - vielleicht enttäuschende - Wahrheit: Der Recruitingprozess unterscheidet sich kaum von Unternehmen zu Unternehmen oder Branche zu Branche. Heißt, Sie sind hier wahrscheinlich nicht einzigartig. Bedeutet jedoch auch, dass Sie für Ihren Prozess guten Gewissens viele Standards und Best Practices nutzen können. Denn der beste Prozess ist ein einfacher und standardisierter Prozess. Und je einfacher Ihr Recruiting-Prozess, desto mehr Zeit bleibt Ihnen für die Kandidaten.

Ganz praktisch gesprochen: Durchforsten Sie Ihren Prozess und stellen Sie sich folgende Frage: Was ist heute wirklich relevant, um den besten Bewerber einzustellen? Prüfen Sie Ihre Abläufe, Ihre Stellenanforderungen bzw. geforderte Qualifikationen, Ihre Prüfungsschleifen, Zuständigkeiten und auch Vorlagen aller Art (Verträge, Korrespondenzen, Ausschreibungstexte).

Dabei sollte Ihr Leitgedanke immer sein, Administratives zu automatisieren. Hierzu ein praktisches Beispiel aus unserer Erfahrung als Berater: Schaffen Sie den Wartemodus für "Zurückgestellte Bewerber" ab. Wer nicht überzeugt, um wenigstens in die nähere Prüfung zu kommen, sollte so bald wie möglich eine Absage von Ihnen erhalten, auch aus Respekt vor dem Bewerber. Denn diese machen sich unnötig viel und lange Hoffnung, welche meist immer enttäuscht wird.

Recruiting Maßnahme 3: Ihre Kommunikation ist Ihre Visitenkarte

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Trotz gegenteiliger Personalmarketing Maßnahmen werden Bewerber oft wie ungeliebte Stiefkinder behandelt. Sie rufen dauernd an mit unnötigen Fragen, wollen tatsächlich wissen, wo sie mit Ihrer Bewerbung stehen und schreiben dazu vielleicht noch Emails, auf welche sie schnellstmöglich eine Antwort erhalten wollen.

Vielleicht klingt es übertrieben, aber leider ist der Service-Gedanke im Recruiting noch Mangelware in Richtung Kandidaten. Ein gravierender Fehler, denn die Bewerber spüren sehr wohl, bei welchem Unternehmen sie respektvoll behandelt werden und wo nicht. Und diese Erfahrung teilen sie auch gerne in den sozialen Netzwerken.

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Deshalb raten wir Ihnen: Behandeln Sie Ihre Bewerber wie Ihre Kunden. Seien Sie

  • authentisch
  • herzlich
  • verbindlich

Und das zu jeder Zeit und bei all Ihren Aktivitäten. Sonst konterkarieren Sie Ihr Personalmarketing und Ihre Bewerbermarke. Wir wissen, das fällt bei all der Hektik manchmal schwer. Eine gute Kommunikation ist jedoch die Basis für eine gute Kandidatenbeziehung - auch langfristig.

Recruiting Maßnahme 4: Passend statt perfekt

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Trennen Sie sich schleunigst von der Vorstellung des perfekten Bewerbers. Denn passend muss nicht perfekt bedeuten. Es macht in vielen Fällen auch Sinn, mit Entwicklungspotenzial und Luft nach oben einzustellen. Denn Sie wollen ja nicht, dass Ihre neuer Mitarbeiter sich nach ein paar Monaten langweilt.

Was heißt also passend? Konzentrieren Sie sich auf die wichtigsten Muss-Kriterien, damit die Neueinstellung einen Mehrwert bringt. Diese Kriterien oder Anforderungen sollten vorwärts gedacht anstatt auf den derzeitigen Job-Inhaber ausgerichtet sein.

  • Anstelle "Sabine macht den Job heute so gut, genauso soll die neue Fachkraft auch sein" fragen Sie sich besser:
  • "Wie entwickelt sich Sabines Job in 1 bis 3 Jahren voraussichtlich? Welche Skills werden dafür notwendig sein?".

Wichtig bei der Auswahl der geforderten Qualifikationen für die Stellenausschreibung: Können Sie diese Qualifikationen überhaupt messen bzw. im Auswahlprozess an den Kandidaten beurteilen? Und ist im Hinblick auf Digitalisierung und Themen wie Künstliche Intelligenz nicht vielleicht der Wille zu lebenslangem Lernen die zukunftsfähigste Qualifikation?

Checkliste Recruiting

Recruiting Maßnahme 5: Fallen Sie positiv auf

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Positiv aufzufallen ist leichter gesagt als getan. Hier ist Planung gefragt. Was sollte am Besten kommuniziert werden? Über welche Kanäle? Fokussieren Sie auf die wichtigsten Botschaften und informieren Sie konsistent über Ihre verschiedenen Kanäle, z. B. Homepage, soziale Medien, Image Anzeigen, Messen etc.

Was wollen Bewerber? Umfragen zeigen, was Bewerbern wirklich wichtig ist:

  • gute Arbeitsbedingungen
  • eine faire Bezahlung
  • eine mitreißende Unternehmenskultur
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Diese Punkte sollten in Ihrer Kommunikation deutlich herausgestellt werden - vor allem, wenn Sie besondere Mitarbeiterangebote oder Konditionen haben. Ganz nach dem Motto: Tue Gutes und rede darüber.

Die Arbeitgeber-Bewertungsplattform Kununu sollten Sie dabei grundsätzlich mit bespielen und bei negativen Kommentaren ruhig offensiv antworten. Transparenz zahlt sich hier aus.

Positiv auffallen geht am leichtesten, wenn Sie gute Fürsprecher für Ihr Unternehmen haben: Ihre Mitarbeiter. Denn was Bekannte und Freunde sagen, hat am meisten Gewicht. Bei ihnen ist man sicher, dass sie eine realistische Einschätzung wiedergeben und wenn die positiv ausfällt, ist das die beste Werbung, die Sie bekommen können.

Recruiting Maßnahme 6: Schöpfen Sie aus dem vollen Potenzial

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Ja, der Arbeitsmarkt erscheint leergefegt. Und trotzdem kennen wir alle Freunde und Bekannte, die sich nach einem neuen Job umsehen. Wieso? Weil sie bisher nicht auf der passendsten Position sitzen. Sie möchten mehr oder anders arbeiten.

Deshalb schauen Sie sich gezielt nach den bisherigen "Stiefkindern" des Arbeitsmarktes um:

  • Viele Frauen zum Beispiel sind noch in der Teilzeitfalle gefangen und würden gerne mehr arbeiten.
  • Eltern suchen nach ihrer Rückkehr aus der Elternzeit zunehmend nach einem Job mit reduzierter Arbeitszeit, z. B. 75%, um sich besser um ihre Kinder kümmern zu können.
  • Ausländische Arbeitskräfte kämpfen immer noch mit Vorurteilen. Hier punkten Sie mit einer toleranten Arbeitsatmosphäre und großer Kollegialität.
  • Erfahrene, welche noch nicht in Rente oder Altersteilzeit gehen wollen, sind z. B. oft gute Projektleiter und generell echte Wissensträger. Durch Ihre langjährige Arbeitserfahrung können sie viel Know-How in Ihr Unternehmen bringen.
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Recruiting Maßnahme 7: Sprechen Sie die Passiven an

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Inzwischen wissen es alle Recruiter: Passive Kandidaten müssen angesprochen werden, da die Zahl der aktiv Jobsuchenden gering ist und nicht die richtigen Bewerber bringt. Wie bei Recruitingmaßnahme Nr. 6 bereits erwähnt, gibt es trotzdem viele Arbeitnehmer mit Wechselpotenzial. Hier darf mit Active Sourcing "angegriffen" werden:

  • Talentnetzwerk oder Talent Pools: Fragen Sie ehemalige Bewerber, Messekontakte, studentische Hilfskräfte oder Praktikanten, ob Sie in Ihrem Talent Pool und in Ihr Talentnetzwerk aufgenommen werden möchten. Ihnen bereits bekannte Kontakte sind die wertvollsten, da bereits eine Bindung besteht und Sie bewerten können, ob derjenige zu der offenen Stelle passen würde.
  • Mailkampagnen: Sprechen Sie gezielt Ihre Talente mit aktuellen und für sie relevante Informationen an. Sei es über exklusive Einblicke, neuste Produkte, Einladungen zu Veranstaltungen oder Seminaren etc. Was macht für welche Zielgruppe Sinn und Laune? Seien Sie kreativ und ja, es kostet Zeit und Arbeit, dieses Netzwerk am Leben zu erhalten. Aber es lohnt sich.
  • Headhunter in eigener Sache: Agieren Sie wie Ihre besten, externen Headhunter. Denn heutzutage ist es zu teuer, für die vielen offenen Stellen jedes Mal externe Headhunter zu beauftragen. Daher versuchen Sie selbst Ihr Glück in sozialen Netzwerken oder Lebenslaufdatenbanken. Der beste Tipp: Recruitingmaßnahmen Nr. 3 und Nr. 5: Gute, individuell zugeschnittene Kommunikation und eine positive, besondere Botschaft sind essenziell, um aus dem Meer der meist schlechten Ansprachen aufzufallen. Ihr Ziel ist es, einfach ins Gespräch zu kommen.

Recruiting Maßnahme 8: Gute Mitarbeiter empfehlen gute Kandidaten

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Sie sind stolz auf Ihre Mitarbeiter? Und immer wieder begeistert, welche Leistungen diese vollbringen und mit wie viel Einsatz und Enthusiasmus? Hervorragend! Denn gute Mitarbeiter bringen gute Kandidaten. Das kennen Sie sicher bereits aus Ihrer eigenen Erfahrung. Denn gute Mitarbeiter wollen am liebsten ebenfalls mit guten Kollegen zusammenarbeiten.

Gerade auch bei Fachthemen und somit bei der Suche nach Spezialisten hilft das starke, persönliche Netzwerk Ihrer Mitarbeiter. Man kennt sich - und empfiehlt nur diejenigen weiter, welche gut zur Stelle und auch zum eigenen Unternehmen passen würden.

Nutzen Sie das! Schaffen Sie gezielt Anreize für Empfehlungen und belohnen Sie Ihre Mitarbeiter für gute Empfehlungen. Selbst hohe Prämien für diese Mitarbeiterempfehlungsprogramme sind nur ein Bruchteil dessen, was Sie extern für Ihr Personalmarketing ausgegeben hätten. Daher lassen Sie sich nicht lumpen und bieten Sie attraktive Geld- oder auch Sachprämien an.

Recruiting Maßnahme 9: Internes Recruiting

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Bei Recruiting denken die meisten ausschließlich an externe Kandidaten. Das interen Recruiting wird oft vernachlässigt. Zurecht? Einerseits ja, denn natürlich hinterlässt Ihr interner Kandidat eine Lücke, welche Sie meistens neu besetzen müssen. Anderseits überwiegen für uns die positiven Aspekte:

  • Zeit und Kosten sind ein wichtiger Faktor beim Recruiting. Durch interne Stellenbesetzungen sparen Sie enorm an beidem. Sie kennen Ihre internen Talente bereits und können einfacher abschätzen, ob Stelle und Person passen. Zudem entfallen alle externe Rekrutierungskosten.
  • Motivation ist ein nicht zu unterschätzender Faktor: Ihre Mitarbeiter warten oft auf einen Karrieresprung oder einfach auf eine neue Herausforderung. Viele möchten nach Jahren etwas anderes wagen und nicht immer soll der Weg ausschließlich nach oben führen. Fördern Sie dies und Sie haben engagierte Mitarbeiter, welche motiviert in der neuen Rolle durchstarten.
  • Durch eine starke, interne Vernetzung über alle Ebenen hinweg gewinnt Ihr Unternehmen. Durch Quereinstiege sowie Wechsel zwischen Funktionsbereichen und Unternehmenseinheiten werden Wissen und Erfahrung zwischen den Bereichen einfacher ausgetauscht. Das hilft, Silo Denken und Handeln zu minimieren und fördert das Verständnis untereinander.
  • Internes Recruiting senkt Ihre Fluktuation. Denn wenn sich Ihre Mitarbeiter intern weiterentwickeln und Chancen ergreifen können, dann sinkt die Motivation sich extern umzuschauen.

Recruiting Maßnahme 10: Modern & mobil

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Recruiting modern und mobil zu erwarten, ist heute eine Selbstverständlichkeit für Bewerber. Eine Studie von Monster ergab, dass für mehr als 50 % der Unternehmen sich mobiles Recruiting bereits ausgezahlt hat.

Investieren Sie daher in Ihr Recruiting, um viele Vorteile zu nutzen:

  • Online & mobil: Moderner Auftritt, welcher Ihre Arbeitgebermarke stützt
  • Datenschutzkonform: Sensible Bewerberdaten sicher aufbewahren und fristgerecht löschen
  • Talentpool Nutzung: Interessierte Kandidaten auch für spätere Vakanzen ansprechen können.
  • Prozesssicher und strukturiert: Klar nachzuvollziehende Prozesse bringen Fairness und Offenheit in Ihren Recruitingalltag. Das erwarten Bewerber von Ihnen. Und AGG-konform bleiben Sie auch dabei.
  • Schneller: Durch schlanke, effiziente Recruitinglösungen können Sie Ihre offenen Stellen schneller besetzen.

Fazit

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Das Gute zum Schluss: 9 von 10 Recruiting Maßnahmen können wir mit unserer Recruiting Softwarelösung von SAP SuccessFactors unterstützen. Hier sehen Sie ein am Beispiel einer Fachkraft für die Kaffeemaschinenwartung, wie es auch bei Ihnen aussehen könnte:

Sie wollen mehr dazu wissen? Auf unserer Recruiting Webseite bekommen Sie alle Details und können uns auch direkt kontaktieren.

 

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